Wie es zu dem Projekt kam
Innerhalb der Europäischen Union wurden in der Vergangenheit bei nahezu allen bedeutenden Agrarprodukten Überschüsse produziert. Um dieser Überproduktion, insbesondere bei der Getreideerzeugung entgegenzuwirken, wurden im Rahmen der EU-Agrarpolitik im Wirtschaftsjahr 1988/89 verschiedene Flächenstilllegungs- und Extensivierungsprogramme eingeführt. Diese hatten zunächst nur freiwilligen Charakter, eine Entlastung des Agrarmarktes trat nicht im erhofften Umfang ein. Daher wurde das agrarpolitische Instrument der Flächenstilllegung im Zuge der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 1992 obligatorisch. Die Erzeuger landwirtschaftlicher Produkte mussten von nun an einen bestimmten Prozentsatz ihrer Flächen stilllegen, um Direktzahlungen erhalten zu können. In den vergangenen Jahren waren hierdurch allein in Deutschland rund eine Million Hektar Ackerland stillgelegt.Zugleich führte die fortschreitende Industrialisierung der Landwirtschaft zu dramatischen Veränderungen und Verlusten an Lebensräumen für wildlebende Tier- und Pflanzenarten. Viele der früher häufigen, vielfach auch zu bejagenden Arten der Agrarlandschaft sind überaus selten geworden, in Einzelfällen sogar vom Aussterben bedroht beziehungsweise ausgestorben. Besonders in Regionen mit guten bis sehr guten landwirtschaftlichen Produktionsbedingungen hat dieser Prozess zur Ausräumung und Nivellierung von Landschaften beigetragen - mit erschreckenden Konsequenzen für die Artenvielfalt.
Das Instrument der Flächenstilllegung als Maßnahme zum Abbau der Überproduktion bei Getreide schaffte Flächen, die temporär nicht landwirtschaftlich genutzt werden konnten. Allerdings wurde dieses Instrument in der Vergangenheit völlig unzureichend für eine Verbesserung der Agrarlandschaften als Lebensraum wildlebender Tiere und Pflanzen genutzt. Hier setzte das Projekt "Lebensraum Brache - Wildtierfreundliche Maßnahmen im Agrarbereich" (Laufzeit 01.01.2003 - 30.06.2007) an.










