NABU fordert Neuausrichtung statt Abschaffung der Flächenstilllegung
NABU: Flächenstilllegung bietet Rückzugsraum für Feldhasen und RebhühnerTschimpke: Ökologische Neuausrichtung statt Abschaffung der Stilllegung
Berlin -- Angesichts der fortlaufenden Debatte um eine Abschaffung der Flächenstilllegung hat der NABU an Agrarpolitiker in Brüssel und Berlin appelliert, die positiven Auswirkungen der Flächenstilllegung auf die biologische Vielfalt dauerhaft zu erhalten. "Die Flächenstilllegung schafft in vielen Ackerbauregionen die letzten ökologischen Rückzugsräume und ist gerade im Frühjahr für zahlreiche Tierarten wie Feldhasen, Rehe und Rebhühner unersetzlich", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Das Instrument der Flächenstilllegung wurde 1992 zur Mengenregulierung im Ackerbau eingeführt und hat sich seitdem oft zu einem wertvollen "Lebensraum auf Zeit" für die Natur entwickelt. Seit der EU-Agrarreform von 2003 wird die Stilllegung, die derzeit auf rund acht Prozent der Ackerflächen betrieben werden muss, jedoch zunehmend in Frage gestellt. Auch werden die Stilllegungsflächen immer häufiger zum Anbau von nachwachsenden Rohstoffen wie Raps oder Mais genutzt und verlieren somit ihre ursprüngliche Funktion als Brache.
Nach Auffassung des NABU ist es gerade vor dem Hintergrund der liberalisierten Agrarpolitik und der steigenden Nachfrage nach Energiepflanzen wichtig, auch in Zukunft naturverträglich bewirtschaftete Brachen als Lebensräume für bedrohte Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. Daher fordert der NABU, das bisherige Instrument durch eine "Ökologische Flächenstilllegung" zu ersetzen, mit der konkrete Beiträge für Umwelt und Artenvielfalt in Ackerbauregionen geleistet werden können. Die Ökologische Flächenstilllegung solle als natürlich begrünte oder eingesäte Brache für ein oder mehrere Jahre angelegt werden. Ferner dürfe die derzeitige Nutzung von Stilllegungsflächen für nachwachsende Rohstoffe nicht mehr als 50 Prozent der stillgelegten Fläche eines Landwirts ausmachen. "Eine ökologische Neuausrichtung der Flächenstilllegung kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, den Rückgang der Artenvielfalt in der Kulturlandschaft bis zum Jahr 2010 noch aufzuhalten", so Tschimpke.
Für Rückfragen: Florian Schöne, NABU-Agrarexperte, Tel. 030-284984-26









