Praxisempfehlungen

Flächenvorbereitung     
 
Alle Flächen, die nicht der Selbstbegrünung überlassen werden, sind grundsätzlich wie für Kulturpflanzen vorzubereiten.

Ackerflächen, die unmittelbar aus der aktiven Nutzung kommen, sollten dazu vor dem Winter zumindest gegrubbert werden. Besser ist eine Winterpflugfurche, da dann mehr Stickstoff mineralisiert werden kann. Dieser ist für das erste Entwicklungsjahr vorteilhaft, da Stilllegungsflächen nicht gedüngt werden dürfen und die mitausgesäten Kleearten anfangs noch zu wenig Stickstoff produzieren. Ein rechtzeitiges Abeggen bei abgetrocknetem Boden fördert das Auflaufen von einjährigen Ackerunkräutern, welche dann bei einem weiteren Eggengang oder im Zuge der Aussaat mechanisch bekämpft werden können.

Altstilllegungen weisen dagegen häufig einen sehr hohen Anteil an Quecken oder Kratzdisteln auf, welche ohne eine vorhergehende Bekämpfungsmaßnahme die nachfolgende Ansaat unterdrücken können. Diese Flächen sollten deshalb nach der Brut- und Aufzuchtzeit der Wildtiere Ende Juli, Anfang August mit dem Schlegelmäher gemulcht werden, damit sie sich neu begrünen. Ab dem 1. September kann bei Bedarf vor dem Umbruch mit dem Pflug ein Totalherbizid wie Round up, Clinic, Touch down usw. ausgebracht werden.

Ansaatzeitpunkt 

Ansaat
Ansaat
Als Faustregel gilt: Mit der Maissaat (ca. 20. April) ist auch der optimale Zeitpunkt für die Ansaat der Blühbrachen gekommen. Denn zu dieser Jahreszeit ist nicht mehr mit Spätfrösten zu rechnen, die Buchweizen, aber auch Sonnenblumen schädigen würden. Auf Standorten mit Frühjahrstrockenheit sollte die Aussaat jedoch bereits Anfang April erfolgen. In Maisanbaugebieten stellen Hirsearten ein häufiges Problemunkraut dar, da sie in mehreren Wellen auflaufen. Hier empfiehlt es sich, den Saatzeitpunkt möglichst spät zu wählen und die Flächen bis zur Saat nach jeder Auflaufwelle abzueggen. Es ist jedoch zu beachten, dass die Einsaat nach Stilllegungsverordnung bis zum 31. Mai abgeschlossen sein sollte.
 
Saatgutmischungen

Saatgut
Saatgut
Wildtiergerechte Flächenstilllegungen sollen möglichst ganzjährig Deckungs- und Nahrungspflanzen für eine Vielzahl von Wildtierarten bieten. Darüber hinaus sind bei der Zusammenstellung der Saatgutmischung die Begrünungsdauer und die anfallenden Kosten für Saatgut und Pflege zu berücksichtigen. In den Projektgebieten wurden deshalb vorzugsweise die Saatgutmischungen „OLAP“, „Lebensraum 1“ und „Sommerzauber“ ausgebracht. Das Wildpflanzensaatgut stammt dabei aus süddeutscher Herkunft und Produktion, so dass kein Risiko einer Florenverfälschung mit nicht heimischem Saatgut besteht. Dieser Mindeststandard sollte bei Wildpflanzensaatgut gewährleistet sein.
   
   

Praxisratgeber

Praxisratgeber mit praktischen Tipps und Tricks für die Anlage von wilditerfreundlichen Stilllegungsflächen zum Download.
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Partner

  • Deutsche Wildtier Stiftung
  • International Council for Game and Wildlife Conservation
  • Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V.
  • Landesjagdverband Hessen e.V.
  • Landesjagdverband Bayern e.V.
  • Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau
  • Deutscher Jagdschutzverband e.V.
  • Institut für Wildtierforschung an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
  • Saaten Zeller
Gefördert durch DBU
Gefördert durch FNR