Presseveranstaltung

Wildpflanzen sind eine Alternative im Energiepflanzenbau
Vor dem Hintergrund der verstärkten energetischen Nutzung von Biomasse als CO2-neutralem Energieträger entstand die Idee, die Eignung mehrjähriger, wildartenreicher Saatgutmischungen zur Biomassegewinnung zu erproben. Mit dem Projekt „Energie aus Wildpflanzen“ entwickelt das Netzwerk „Lebensraum Brache“ eine wirtschaftlich tragbare und zugleich ökologisch interessante Alternative zu den derzeitigen Energiepflanzen.
Am 22. Juni 2010 informierten Mitglieder des Netzwerkes auf einer Presseveranstaltung im bayerischen Riedern über den aktuellen Stand des Versuchsgeschehens. Die Besucher der Veranstaltung erhielten zudem die Gelegenheit, das neue Anbausystem von der Saatgutproduktion bis zum Versuchsanbau kennen zu lernen.
Bisher liegen Ergebnisse des ersten Standjahres vor, die auf vier Versuchsstandorten ermittelt wurden. Aus allen Saatgutmischungen entwickelten sich hohe, arten- und blütenreiche Bestände. Die Biomasseaufwüchse erreichten dabei Werte, die teilweise über denen von Maiskulturen liegen. Auch die Methanausbeuten sind mit denen von Silomais vergleichbar.
Aus ökologischer Sicht ist vor allem der späte Erntezeitpunkt positiv zu werten. Dieser liegt außerhalb der Brut-, Setz- und Aufzuchtzeiten von Vögeln und anderen Wildtieren. Zudem bieten die Mischansaaten vielen Insekten und Wirbeltieren Nahrung und Lebensraum. So konnten beispielsweise mehr als 30 verschiedene Vogelarten, davon 15 Rote-Liste-Arten, auf den Versuchsflächen nachgewiesen werden. Bemerkenswert ist auch die nachgewiesene starke Feldlerchenpopulation auf den Versuchsflächen.










